Das Resilienz-Rad: Ein Tool, mit dem du dich gut durch Krisen navigierst

Aktualisiert: Mai 11

Wir alle befinden uns mitten in einem riesengroßen Schlamassel. Eine schlechte Nachricht übertrifft die nächste und stellt nicht nur unsere Gesundheit, sondern auch unser psychisches Wohlbefinden auf eine harte Probe. In diesem Beitrag gebe ich Ihnen ein Selbst-Coaching-Tool mit an die Hand, mit dem Sie sich gut durch die aktuelle Krisenzeit führen können. Das Resilienz-Rad kommt auch bei meinen digitalen Coachings zum Einsatz, die ich in der momentanen Ausnahmesituation für Menschen aus meinem Netzwerk kostenfrei anbiete. Mehr Infos dazu finden Sie auf meiner Webseite.


Das böse C-Thema fordert uns bis an unsere Grenzen heraus: unsere Gesundheit und ganze Existenzen sind gefährdet, private und berufliche Projekte, die wir möglicherweise von langer Hand geplant haben, sind von heute auf morgen passé und unser soziales Leben ist zum Stillstand gekommen (und wenn es das noch nicht ist, wird es höchste Zeit!). Um unter derlei schwierigen Umständen nicht den Kopf in den Sand zu stecken, bedarf es einer gehörigen Portion Resilienz.


Resilienz bezeichnet unsere psychische Widerstandsfähigkeit in Krisenzeiten. Sie ist das optimale Ergebnis eines Anpassungsprozesses, beispielsweise nach einem kritischen Lebensereignis. Einfach gesagt geht es darum, ob es uns gelingt, uns rasch an die veränderten (ungünstigen) Gegebenheiten anzupassen und diese eventuell sogar für uns zu nutzen: für persönliches Wachstum oder beruflichen Erfolg. Sie alle kennen diese Stehauf-Menschen, die egal was passiert, einfach nicht "tot zu kriegen" sind... und die gute Nachricht ist: Resilienz kann von jedem von uns entwickelt und trainiert werden.


Das Resilienz-Rad


Das Resilienz-Rad ist ein Tool, das ich auf Basis meiner Dissertation zu Resilienz und meinen Coachings mit Klienten, die sich in akuten Krisenzuständen befanden, entwickelt habe. Wenn Sie, wie viele von uns aktuell, in eine psychisch belastende Krise schlittern, sollten Sie sich die folgenden vier Themenbereiche vergegenwärtigen und hier präventiv und kurativ aktiv werden.



1. Sein: die Existenz sichern

Zunächst gilt es zunächst das Sein, also Ihre physiologischen Grundbedürfnisse und Ihre wirtschaftliche Existenz sicherzustellen. Das ist der Kern des Resilienz-Rads und Ihr Selbst-Coaching sollte im ersten Schritt darauf ausgerichtet sein, Ihr Sein gut abzusichern. Da gilt es Ihr physisches Wohlbefinden sicherzustellen, Ihre Liquidität zu sichern und unter Umständen auch alternative Einnahmequellen zu finden. Vergessen Sie aber bitte bei Ihrem Bedürfnis nach Sicherheit nicht, dass auch andere Menschen Ihr Sein absichern müssen (Stichwort "Hamsterkäufe"). In der Folge, sollten Sie dafür sorgen, dass Sie sich in den drei eher psychologischen Bereichen gut aufstellen.


2. Nähren: emotionale Bedürfnisse erfüllen

Wie können wir in einer Zeit der sozialen Isolation unsere emotionalen Bedürfnisse nähren? Besonders Menschen, die nicht in einer Partnerschaft sind oder keine Familie um sich herum haben, stellt eine soziale Distanzierung, wie sie aktuell unbedingt erforderlich ist, vor die Herausforderung, wie sie ihre emotionalen Bedürfnisse nach Zugehörigkeit erfüllen können. Menschen in Italien und Spanien, denen bereits seit Tagen bzw. Wochen untersagt ist, das Haus zu verlassen, zeigen uns, wie man Gemeinschaft auch in der Quarantäne leben kann: mit Flash Mobs und Konzerten auf den Balkonen oder Social Dinner, zu dem sich Menschen digital über Videokonferenz-Tools zusammenschalten und remote miteinander essen. Nähren heißt aber nicht nur, Zuneigung von anderen zu empfangen, sondern sich auch selbst Liebe zu geben und gut für sich zu sorgen. Gerade diese Zeit, in der wir quasi dazu verdammt sind, uns mit uns selbst auseinanderzusetzen, ist perfekt, um an unserem Selbstwert und unserer Selbstliebe zu arbeiten. Es gibt großartige Podcasts und Videos z.B. von Laura Malina Seiler, Veit Lindau oder der Ohrinsel, die Sie dabei unterstützen können.


3. Lernen: kognitive Ressourcen aufbauen

Vielleicht gibt es etwas, das Sie schon lange einmal lernen wollten? Yoga, kochen oder stricken - die Zeit ist perfekt dafür! Vielleicht gibt es auch ein persönliches Thema, das Sie seit Langem vor sich hinschieben? Auch dafür bietet sich nun Raum, sich darüber einzulesen, schlau zu machen und es endlich anzugehen. In den Gesprächen mit Klienten in den letzten Tagen kam bei mehreren Personen zum Vorschein, dass sie sich eigentlich schon lange beruflich verändern wollten. Der Corona-Break ist da doch fast schon eine willkommene Gelegenheit, sich fachlich und persönlich darauf vorzubereiten und eine Strategie zu entwickeln. Wenn es nicht ganz so radikal sein muss, darf ich Sie auch einfach auf die unzähligen Möglichkeiten hinweisen, sich digital weiterzubilden. Jetzt ist es an der Zeit, sich für ein Programm bei einer Online-Universität einzuschreiben oder eines der großartigen Online-Programme für persönliche Weiterentwicklung oder Gesundheit (z.B. Yoga, Ernährung) zu machen. Suchen Sie sich für die nächsten drei Monate ein größeres Lernprojekt, das inspiriert Sie und gibt Ihnen frische Energie und Lebensfreude.


4. Geben: soziale Energie tanken

Mit am meisten erfüllt es uns doch, wenn wir anderen etwas geben und diese es mit Wertschätzung empfangen. Geben gibt uns das Gefühl, wertvoll für die Welt zu sein, es stärkt unsere Sinnhaftigkeit und verbindet uns automatisch mit anderen Menschen. Dazu müssen wir ihnen nicht physisch gegenüber sitzen, denn im Unterschied zu Corona übertragen sich Dankbarkeit und Zuneigung sich auch digital oder telefonisch. Überlegen Sie sich, was Sie in der aktuellen Phase der Welt zu geben haben (z.B. eine handwerkliche Begabung, die Fähigkeit zuzuhören, ein analytischer Sachverstand oder Ideenreichtum) und geben Sie es in Ihrem Netzwerk und über Ihre üblichen Grenzen von Familie, Freundeskreis und Kollegen hinaus. Portale wie nebenan.de oder Gruppen in den sozialen Netzwerken bieten fantastische Chancen, mehr Menschen etwas zu Geben und ihnen in der aktuellen Situation das Leben zu erleichtern. Und keine Angst: das muss nicht perfekt sein.


"We are all in this!" Daher versuche auch ich möglichst vielen Menschen dabei zu helfen, proaktiv in der Krise zu handeln und sie als Chance zu nutzen, persönlich und beruflich zu wachsen. Aus diesem Grund biete ich aktuell kostenlose Resilienz-Coachings und Ideen-Brainstormings an. Letzteres dient vor allem der Identifikation möglicher Projekte für die Zeit der sozialen Distanzierung. Mehr Infos finden Sie auf meiner Webseite unter: jessicadibella.de/coaching.


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Bis bald und bleiben Sie gesund und resilient!

Jessica


P.S. Vergessen Sie nicht, sich auf meiner Webseite für den Newsletter einzutragen. Das wird mein Corona-Selbstquarantäne-Projekt sein: endlich einen professionellen Newsletter einrichten...


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© 2020 Prof. Dr. Jessica Di Bella